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   Highlights

 


Von der CD "Songs for Guitar" (INT 3355 2) mit Musik von Mikis Theodorakis wurden weltweit über 3000 Stück verkauft.

 

2010 erscheint eine überarbeitete Promotion- DVD für Veranstalter mit Ausschnitten aus dem Programm.

 

Ein längerer Konzertteil des Theodorakis- Programms ist auch auf 2 DVD's vom SOAVE Guitar- Festival 2005 zu sehen.






 VISITOR NO:  041592



 
Volkslieder von Friedrich Silcher in neuem Gewand

 

Der Gewandhaus- Chor Leipzig und die Gruppe „L’art de Passage“ konzertieren in einem gemeinsamen Projekt.

 

„Wenn alle Brünnlein fließen“, „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ und „Ännchen von Tharau“ – diese Lieder sind wohl jedem schon einmal begegnet - aber fast niemand weiß heute noch, wem wir ihre Bekanntheit zu verdanken haben.

Friedrich Silcher (1789 - 1860) war es, der ihnen zu großer Popularität verhalf, in den folgenden Generationen sind sie Allgemeingut geworden.

 

Silcher, dessen 150. Todestag wir in diesem Jahr begehen, zählt zu den wichtigsten Protagonisten des Chorgesangs. Er arrangierte zahlreiche Chorsätze und schuf Melodien zu zahlreichen Volksliedern. Mit den einprägsamen Melodien wurden auch viele anspruchsvolle Texte wie Heinrich Heines „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ zu alltagstauglichem Kulturgut und gelangten so zu unsterblichem Ruhm.

 

Völlig zu Unrecht hatte das Volkslied noch bis vor kurzem einen bedauernswert schlechten Ruf. Die einseitige Pflege des Volksliedes in traditioneller Klangsprache und der Niedergang der Gesangskultur in weiten Teilen der Gesellschaft haben den Vorurteilen gegenüber dem Volkslied Vorschub geleistet. Nicht zuletzt durch politische Entwicklungen ist das deutsche Volkslied im letzten Jahrhundert mehrfach in eine Krise geraten.

 

Dieses Konzertprogramm macht sich zur Aufgabe, das Volkslied wieder in ein positives und zeitgemäßes Licht zu rücken und dabei Silchers Lieder in den Mittelpunkt zu stellen.

L'art de Passage gilt als erfahrene Band im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Projekten. Der Name ('Kunst des Übergangs') ist Programm und so kam es in der über 20-jährigen Geschichte neben dem eigenständigen Instrumentalkonzept zu einer Vielzahl unterschiedlicher Programme mit Sängern, Schauspielern, Regisseuren und Produzenten.

 

Originale Silcher-Chorsätze und neu entstehende Arrangements machen die Schönheit dieser Lieder in Melodie und Text auf ganz neue Weise hörbar.

 

 

CHORKONZERT

am 1. Mai 2010, Sonnabend, 20 Uhr

Gewandhaus Leipzig, Mendelssohn-Saal

 

 

Gewandhaus- Chor

Gregor Meyer, Leitung

 

L’art de Passage

Tobias Morgenstern, Akkordeon

Rainer Rohloff, Gitarre

Stefan Kling, Klavier

Wolfgang Musick, Kontrabass

Javier Chernikow, Schlagzeug

 

 


 
Wem gehört die WINTERREISE?

 

In der Schule habe ich nichts über Schubert erfahren. Auch das vermittelte Wissen aus einem Musikstudium hat keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Ausgerechnet einem Schauspieler, einem Buchautor und keinem geringeren als Mikis Theodorakis ist es zu verdanken, dass ich die Fährte zu ihm aufgenommen habe und bei der WINTERREISE angekommen bin. Ohne Umwege über die MÜLLERIN in den bekannten Gitarrenfassungen.

 

Außer Zweifel steht dabei natürlich die Annäherung über die eigene Entwicklung, über den Weg zur inneren Reife. Bereit zu sein, für die Auseinandersetzung mit einem derartigen Werk- das braucht seine Zeit…

 

Entstanden ist diese WINTERREISE in einem einzigartigen Projekt: Als erste konzertante Solo- Gitarrenfassung in einem szenischen Abend.

 

Der Schauspieler Jens- Uwe Bogadtke hatte die Idee dazu. Die Wahl der Gitarre entspricht dabei einer sehr konkreten Vorstellung: Sie spielt im Einklang mit seiner Stimme. Um den Liederzyklus aus der Dunkelheit zu holen, die Inhalte transparent und offen zu gestalten. Barbara Abend hat den Räumen zwischen den Liedern Leben eingehaucht- mit Episoden und Zeitdokumenten.

 

Und last but not least wäre da Guy Wagners Roman WINTERREISE zu nennen, der sehr plastisch das Leben Schuberts schildert und ein detailliertes Verständnis für Komponist und Zeit ermöglicht. Man liest das Buch nicht- man wird hineingezogen…

 

Die WINTERREISE ist der Liederzyklus Schuberts, welcher (im Gegensatz zur MÜLLERIN) immer wieder für Bearbeitungen, Veränderungen und Adaptionen verwendet wird. Das Werk, welches als vermeintlich eindeutige Grundaussage den letzten, düsteren Lebensabschnitt Schuberts zum Inhalt hat, wird von unterschiedlichsten Kunstgattungen aufgegriffen- auf der Suche nach neuen Ebenen, im kreativen Spiel mit den Elementen, in der Bemühung um neue Anknüpfungspunkte und Aussagen. Die WINTERREISE ist umstritten, hier scheiden sich die Geister. Eine Front von Verrückten steht der alteingessenen Klassik- Gilde gegenüber, die ihr Werk nicht beschädigt sehen möchte. Aber warum Konfrontation- warum nicht Toleranz? Warum muss man ein 200 Jahre altes Werk so belassen, wie es damals war? (und wer weiß, wie es damals war?) Warum sollte man es nicht zeitgemäß interpretieren, Raum für einen offenen Umgang lassen? 

 

Mittlerweile gibt es den Zyklus in vielen Spielarten- jede bricht etwas auf und entdeckt etwas Neues. Jede Art von offizieller Bewertung im Vergleich zum Original ist hier fehl am Platz! Der wesentliche Indikator besteht darin, ob eine Fassung die Menschen erreicht, sie anspricht, sie zu Tränen rührt… Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Material und eine professionelle Umsetzung seien vorausgesetzt. Und dann ist mir es egal, ob sich ein Tanztheater, eine Rockband oder eine Blaskapelle der Thematik annehmen.

 

Welche Fassung ist eigentlich das Original, die Referenz? Die Version von Fischer Dieskau? Ein Zeitdokument. Nicht mein Favorit- aber ich würde mein Gefühl nie als Bewertungsgrundlage ansehen. Schon innerhalb der Klassik gibt es differenzierte Charakterversionen, die natürlich immer zur gleichen Aussage führen. Peter Anders, ein Peter Schreier und ein Thomas Quasthoff. Großartig, diese Stimmen. Bekannt ist mir auch eine DVD, bei der der Sänger in 24 Sätzen mit festgefrorenem, dämonischem Gesichtsausdruck das Schauern an die Leute verteilt. Das Livekonzert wurde dann filmisch mit winterlichen Applikationen untermalt. Auch gut, aber ist das und nur das die WINTERREISE? Bekannt sind weiterhin eine Orchesterversion, verschiedene Rockbandprojekte, eine gelungene Theaterinszenierung am DT in Berlin. Neu ist ein Spektakel des Theaters RAMBAZAMBA, die ihre Fassung mit Behinderten realisieren. Und dann wäre da der Film DIE WINTERREISE, mit Josef Bierbichler in der Hauptrolle. Ein geniales Werk, der Tradition verpflichtet und dennoch modern, aktuell, aufgebohrt, in völlig unerwartete Dimensionen getragen. So stelle ich mir das vor, Gänsehautfeeling.

 

Darüber hinaus gibt es dann noch die vielen Künstler, die SemiProfis, welche die WINTERREISE für sich spielen, für Freunde, im Rahmen von Hausmusik, vielleicht von kleinen Schubertiaden. Auch für die empfinde ich große Achtung. Jede ernsthafte Auseinandersetzung zollt Respekt. Jeder soll das machen, jeder soll seine WINTERREISE haben. Sie gehört uns allen und das Potential dieses Liederzyklus gibt das auch her. Aber jeder sollte sich auch im Klaren darüber sein, dass im Nachbarhaus gerade ein anderer dabei ist, seine Sicht auf die Dinge zu entwickeln. Den Schubert würd’s jedenfalls freuen.

 

Wir haben im Februar/ März 2010 die WINTERREISE im Rahmen einer Tour aufgeführt. Das Feedback, die Reaktionen der Leute waren überwältigend und von einem großen Verständnis und Dankbarkeit für den Geist getragen, den wir mit diesem Programm vermitteln wollten…

 

 


 
An dieser Stelle der Hinweis auf die Wiederaufnahme eines Programms:

 

Am 13. Mai 2010 wird das Neil Young- Programm mit dem Schauspieler Thomas Rühmann und Rainer Rohloff im 'Theater am Rand' wieder aufgeführt. Der Abend basiert auf der literarischen Vorlage „Das Buch der von Neil Young Getöteten“ von Navid Kermani. Zudem wird der dramaturgische Spannungsbogen des Programms durch das Einfügen von Gundermann-Liedern aufrechterhalten. Dieser hat ja einige seiner Texte auf die Musik von Neil Young geschrieben.  

 

 

 

 

 

 

 

 


 
3. GitarrenRandKlang 2009 im 'Theater am Rand'

 

Vom 12. bis zum 14. Juni fand in diesem Jahr der 3. GitarrenRandKlang im 'Theater am Rand' in Zollbrücke statt. Verglichen mit anderen Sommer- Gitarren- Events in Deutschland handelte es sich um ein kleines Fest(ival), dessen Konzept sich bewusst und bescheiden an den Bedürfnissen in der Region, den Möglichkeiten eines solchen Theaters und den künstlerischen Vorstellungen der Theaterleitung orientiert. Trotzdem war es auch in diesem Jahr möglich, bedeutende Künstler mit klangvollen Namen am 'Ende der Welt' zu verpflichten und somit ein anspruchsvolles Programm zu präsentieren.

Treibende Kraft und künstlerischer Leiter im Verbund war und ist der Gitarrist Rainer Rohloff, der bisher alle Programme mit unterschiedlichen eigenen Solo- Parts bereichert hat und dessen Interesse vor allen Dingen auch darin besteht, mit den eingeladenen Künstlern gemeinsame Programmteile zu bestreiten. Darüber hinaus gibt es eine konzeptionelle Vorlage, die in erster Linie immer wieder versuchen will, die ungeheure Vielfalt und die Farbigkeit des Instrumentes Gitarre facettenreich abzubilden.

 



12. Juni: Eröffnet wurde der GitarrenRandKlang durch Rohloff selbst- zu hören waren neue Bearbeitungen aus dem Programm "SteelDreams".

Eine jede Reihe von Aufführungen dient als Anlass, neue und ausgefallene Bearbeitungsvorlagen in das Programm einzubringen. Ziel ist dabei immer, eine Fusion verschiedener Elemente und Stilistiken zu beschreiben, ausgehend von Stücken im klassischen Geist. Das Ergebnis soll sich "...an der rauhen und widerspenstigen Stahlsaiter reiben, ungewohnt schrille Klänge entstehen lassen- um im Gegensatz in hohen Lagen zu singen und partiell dem Ausdruck von Wärme und Weichheit gerecht zu werden..." (Rohloff) Im Mittelpunkt stand dann die Uraufführung eines Werkes von Christian Sabot, welches Rohloff gewidmet war. "Etudes Populares Nr. 1"- ein wunderbarer Ausflug in impressionistische Klangwelten, sicher in der kompositorischen Handschrift, die schon in Sabot's eigenen Werken auf der "Sataniade"- CD erkennbar war (Eigenkompositionen und Bearbeitungen von E. Satie). Den Abschluss dieses Blockes bildete der Klassiker "Birdland"- eine Referenz an J. Zavinul und die Band 'Weatherreport'- das Stück wurde von Rohloff mit beeindruckender Virtuosität, der dem Original eigenen unermüdlichen Motorik und feinsinniger Dynamik interpretiert.

 


Vor der Pause betrat dann Ian Melrose die Bühne, um mit Rohloff den gemeinsamen Wunsch nach Fusion der so unterschiedlichen musikalischen Welten gerecht zu werden- der Spaß beider Solisten war nicht überhörbar und es war beeindruckend, welche differenzierten Sounds ein jeder Musiker durch seine Spielweise in dieses CrossOver- Projekt einbrachte. Zu hören waren neben eigenen Songs von Melrose auch Bearbeitungen von M. Theodorakis (Solo- Programm von Rohloff), sowie groovige Szenen aus dem L'art de Passage- Fundus: 'Candia' von St. Kling. Über Musik zu reden ist oftmals schwierig- und es ist mit Worten kaum zu beschreiben, welche Schönheit und welches Lebensgefühl z.B. in der Kombination von griechischer Musik mit irisch/ schottischen Interpretationsanleihen zum Ausdruck kommen kann.

Der 2. Teil des Abends gehörte dann Ian Melrose. Was für ein Gitarrist, Geschichtenerzähler und Philosoph!

Melrose nutzte alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten des Ausdrucks- sein wunderbar farbenreiches Gitarrenspiel, die Stimme, die Whistle, die Dobro, unterschiedliche Tunings. Alles mit dem Ziel, authentisch zu sein, glaubhaft in den musikalischen Bildern, die er von seinen Reisen mitgebracht hat und die teilweise auf witzige und originelle Art und Weise moderiert wurden. Es ist die Lebendigkeit des musikalischen Erzählens, die Möglichkeit des Eintauchens in jede Situation, der zur Verfügung stehende Freiraum für Fantasie und eigenes Gestalten... Ein Erlebnis also. Welches- wie programmatisch vorgesehen- durch zwei improvisierte Songs mit Rohloff zu Ende des Abends abgerundet wurde.

 





13. Juni: Am Samstag traten dann zwei Boliden an, die die Gitarrenkultur in der 'Bunten Republik Deutschland' maßgeblich geprägt haben- jeder auf seine ganz persönliche Art:

Peter Finger und Werner Lämmerhirt. (Dem Konzertagenten Uwe Koßmann sei an dieser Stelle gedankt, sein Engagement machte diesen Auftritt möglich.)

Finger begann den Abend und übertraf gleich mit dem ersten Stück alle Erwartungen: Selten erlebt man live Musik, die in Ihrer Aussage so auf den Punkt gebracht ist. Sein Spiel ist technisch perfekt und erlaubt somit alle Gestaltungsmöglichkeiten, die klar erkennbare Struktur führt quasi durch die Komposition. Fingers Musik lebt von Gegensätzen, von hochvirtuosen, effektvollen Passagen, die lyrischen, fein ausgearbeiteten Strukturen gegenüber stehen. Einfallsreich werden auch hier Geschichten erzählt, mit der Gitarre. Bereichert durch eine wohltuend warme, verständliche und witzige Moderation zwischen den Titeln. Im Raum steht die Frage, wie Finger solch eine Perfektion erreicht. Wissend um die außergewöhnliche Belastung durch sein Label, den Verlag, durch unermüdliche Konzertreisen um die ganze Welt.

Stilistisch ganz anders präsentierte sich dann Lämmerhirt im 2. Teil: Souverän war sein Auftritt, durchdrungen von der ganzen Erfahrung eines aufregenden Lebens. Lämmerhirt feierte gerade erst sein 40. Bühnenjubiläum und man kann sich kaum vorstellen, wie viele Gitarristen durch ihn inspiriert wurden. Man hört seinen Liedern zu, wird in ihren Bann gezogen, verzaubert. Diese Gitarre, den Sound und diese Spielweise kennt man: Man fühlt sich an frühe Jahre erinnert, denkt an Hannes Wader, dessen künstlerische Aussage immer auch an das Gitarrenspiel von Lämmerhirt gekoppelt war. Und so ging der Abend zu Ende- mit einem wahren Entertainer und euphorischen Reaktionen eines sichtbar bewegten Publikums.

 





14. Juni: Der Sonntagmorgen gehörte dann wieder einer ganz anderen Form der Poesie: Thomas Loefke konzertierte mit Ian Melrose. Celtic Harp, Gitarre und Gesang. Kaum zu beschreiben war dieser paradiesische Morgen. Ein Naturschauspiel, bei dem die Regie von draußen geführt wurde, durch den Blick in weite Felder, taunasse Wiesen, durch vorbeiziehende Vögel und Störche und eine aufsteigende Sonne. Alles im friedlichen Einklang. Dazu ertönte diese einzigartige Musik und es war, als wäre sie für diese Landschaft geschrieben worden. Kein anderer Ort der Welt konnte sie in diesem Moment streitig machen. Auch an diesem Morgen wurden facettenreich Episoden aus der Natur, aus dem Leben von Menschen beschrieben. Und man konnte in der Musik den Geist der Geschichten aufgreifen, die eigene Fantasie dazu nehmen und sich einfach nur treiben lassen... Wie die beiden Musiker ihre Songs interpretierten, mit welcher Sensibilität, Wärme und Ausdruckskraft, war schlicht weg meisterhaft und erst dieses Plateau hat diesen Konzertgenuss ermöglicht.

 

 




Es waren drei gelungene Konzerte, bei diesem 3. GitarrenRandKlang. Jeder der gebotenen Beiträge unterschied sich maßgeblich von den anderen Teilen und zeigte seine eigene, charismatische Ausstrahlung. Somit war das Fest(ival) Bestätigung der bisherigen Konzeption und zugleich ein Ausblick ins nächste Jahr: Hier wollen die Initiatoren die Gitarre in einem ganz anderen Licht zeigen- in Verbindung mit sinfonischen Strukturen.

-red-

 

 



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